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Sardinien ist auch die Insel der ursprünglichen Geschmäcke,
die eng mit den Produkten des Bodens und des Meeres verbunden sind. Gastronomische
Traditionen der Phöniziern und Katalanen haben sich in diesem Land
erhalten. Wenn man dieses Land, das noch unberührt und frei von Industrie
ist, auf Entdeckungsreise durchstreift, begegnen einem überall die
typischen Gerüche, unverwechselbar herbe im Inneren, an der Küste
die lieblichen der Artischocke.
Die Milch von Weideflächen aus dieser unberührten Natur mit
ihren wildwachsenden Gewürzkräutern und der Mittelmeervegetation,
die die Landschaft prägt, ist Voraussetzung für den unverwechselbaren
Geschmack des Käses. Nach alter Schäfertradition wird das Lab
von Lämmern und Ziegen verwendet, was den charakteristischen Geschmack
der Käse, des Pecorino und besonders des „Fiore Sardo"
bewirkt. Es sind Käse, die sowohl aufgeschnitten wie auch gerieben
ganz ausgezeichnet schmecken. Der noch junge Pecorino eignet sich auch
zum Grillen.
Frischer Ricotta, aufs Brot Carasau gestrichen, ist einfach köstlich. Aber auch als Zutat in den typischen Süßspeisen der Insel ist Ricotta mit dem Honig von Akazien oder Asfodelen vermischt, erlesen.
Die Sonne, die dieses Land verwöhnt, lässt in den Weinbergen edle, kräftige Rotweine wie den Cannonau, Girò, Monica, Nieddera, Carignano del Sulcis wachsen, aber auch liebliche Weißweine wie den Nasco, Fermentino di Gallura, Vernaccia, Weine mit markantem, kräftigen Geschmack.
Berühmt ist die "Bottarga di Muggine" aus Cabras in der
Provinz von Oristano. Sie wird zwischen Juli und September hergestellt,
wenn der Rogen der Meeräsche reif ist. Dann werden die Eier in Meerwasser
gewaschen, gesalzen und auf einer geneigten Fläche getrocknet. Dies
dauert etwa 20 bis 30 Tage und findet in trockenen, gut gelüfteten
Räumen statt. Ihre Goldfarbe und der einzigartige Geschmack kennzeichnen
die "Bottarga". Mit feinstem Olivenöl und geschnittenem
Sellerie oder über Reis und Pasta gerieben schmeckt sie besonders
köstlich.
Der Honig hat dank des Klimas und der Flora Sardiniens einen ganz besonderen Geschmack. Der schmackhafteste ist der vom Erdbeerbaum mit einem scharfen, leicht bitteren Geschmack. Nicht weniger gut schmeckt der Kardehonig mit einem ganz besonders kräftigen Geruch, der pikante Honig von der Asfodelenpflanze, der aromatische Eukalyptushonig oder der fruchtigen Orangenhonig.
Der Honig ist sehr häufig die Grundzutat bei typischen sardischen
Süßspeisen, zum Beispiel in den "Seadas". Das sind
süße Ravioli mit einer Käse- und Zitronenfüllung,
die fritiert und dann in Honig gewälzt werden. Auch der "Torrone
di Tonara" wird nach altem Rezept mit Honig, Mandeln und Eiweiß
hergestellt.
Auf der Insel wird bestes Olivenöl erzeugt. In unserem Gebiet wachsen
die Olivenbäume (Sorten: Bosana und Semidana) auf dem vulkanischen
Boden des Montiferru. Ausschließlich reife Oliven werden geerntet
und dann kalt gepresst, so dass alle ihre Inhaltsstoffe erhalten bleiben.
Der fruchtig-würzige Geschmack erinnert an grüne Oliven und
Artischocken.
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